Der Rassestandard

Die Rasse

Der Rhodesian Ridgeback ist gegenwärtig die einzige anerkannte Rasse, die im südlichen Afrika entstand. Seine Ahnen können zurückverfolgt werden zur Kapkolonie, wo sie sich mit den Hunden der frühen Pioniere vermischten und mit den halbdomestizierten Hottentottenhunden, die einen Rückenkamm hatten. Meist in Gruppen von 2 oder 3 Hunden jagend, war die ursprüngliche Aufgabe des Rhodesian Ridgeback, Großwild, hauptsächlich Löwen, aufzuspüren und mit großer Behändigkeit am Stand zu halten, bis der Jäger herangekommen war. Ein Rhodesian Ridgeback ist erst nach ca 1.5 Stunden straffen Auslaufs auf Betriebstemperatur.
Seine Stärke ist das perfekte Zusammenspiel aller seiner scharfen Sinne, die der Hund als Art hat. Die Rasse sollte einen ausgewogen gebauten, starken, muskulösen, wendigen und aktiven Hund darstellen, symmetrisch im Profil und bei mittlerer Geschwindigkeit äußerst ausdauernd.
Das Hauptaugenmerk ist auf Beweglichkeit, Eleganz und funktionale Gesundheit ohne irgendwelche Tendenzen zu einer massiven Erscheinung zu legen. Die Besonderheit der Rasse ist der Rückenkamm ("Ridge"), der dadurch entsteht, dass die Haare in Gegenrichtung zu der am übrigen Körper wachsen. Der Rückenkamm ist das Wappenzeichen der Rasse.
Das Wesen des Rhodesian Ridgebacks sollte würdevoll sein. Er ist ein intelligenter Hund, der Fremden gegenüber zurückhaltend, jedoch ohne Anzeichen von Aggressivität oder Scheu ist. Sein natürlicher Schutztrieb sollte nicht unterschätzt werden.

Der Rassestandard (FCI Nr. 146 / 10.12.1996)

Allgemeines Erscheinungsbild:
Ansehnlicher, kräftiger muskulöser und aktiver Hund; symmetrisch in seiner Erscheinung; er kann bei entsprechender Geschwindigkeit sehr ausdauernd sein. Ausgewachsene Tiere sind ansehnlich und stattlich.


Charakteristika:
Einzigartig ist der Kamm auf dem Rücken ("ridge"), dessen Haare dem übrigen Körperhaar entgegengesetzt wachsen; dieser "ridge" muss als Erkennungsmerkmal der Rasse angesehen werden. Der "ridge" muss sauber abgegrenzt, spitz zulaufend und symmetrisch sein. Er beginnt unmittelbar hinter den Schultern und setzt sich bis zu den Hüfthöckern fort, er weist nicht mehr als zwei gleichförmige Kronen (crowns) auf, die einander gegenüberliegend angeordnet sind. Die unteren Ränder der "crowns" dürfen ein Drittel der Gesamtlänge des "ridges" nicht überschreiten. Bis zu 5 cm ist ein guter Anhaltswert für die Breite des "ridges".


Wesen:
Erhaben, intelligent, Fremden gegenüber reserviert, jedoch ohne Anzeichen von Angriffslust oder Scheue.


Kopf und Schädel:
Von angemessener Länge, Schädel flach, ziemlich breit zwischen den Behängen, in gelassener Stimmung frei von Runzeln. Entsprechend gut ausgeprägter Stopp, Nase im Einklang mit der Haarfarbe, schwarz oder braun. Bei schwarzer Nase dunkle, bei brauner Nase bernsteinfarbene Augen. Fang lang, tief und kräftig, Lefzen trocken und dicht abschließend.


Augen:
Mäßig weit voneinander angeordnet, rund, klar und strahlend, mit intelligentem Ausdruck. Die Augenfarbe ist passend zur Farbe des Haarkleides.


Behang:
Ziemlich hoch angesetzt, von mittlerer Größe, ziemlich breit am Ansatz, allmählich bis zu einer abgerundeten Spitze hin schmaler werdend. Dicht am Kopf anliegend getragen.


Fang, Gebiss:
Kräftiger Kiefer mit einem perfekten, regelmäßigen und vollständigen Scherengebiss, wobei die obere Schneidezahnreihe ohne Zwischenraum über die untere greift und die Zähne senkrecht im Kiefer stehen. Zähne, insbesondere die Fangzähne, kräftig ausgebildet.


Hals:
Ziemlich lang, stark und ohne lose Kehlhaut.


Vorhand:
Schultern schräg, trocken und gut bemuskelt. Absolut gerade, starke, mit kräftigen Knochen ausgestattete Vorderläufe; Ellenbogen dicht am Körper anliegend.


Gebäude:
Brustkorb nicht zu breit, sehr tief und geräumig, Rippenkorb mäßig gewölbt, keinesfalls tonnenförmig, Rücken kraftvoll, Lenden kräftig, muskulös und leicht gebogen. Die Vorbrust sollte, von der Seite gesehen, sichtbar sein.


Hinterhand:
Trockene, klar abgezeichnete Muskulatur, Kniegelenk gut gewinkelt, tief stehende Sprunggelenke.


Pfoten:
Kompakt, mit gut gewölbten Zehen, rund, strapazierfähig, gut elastische (gut gepolsterte) Ballen, durch Haarwuchs zwischen den Zehen und Ballen geschützt.


Rute:
Am Ansatz stark, weder hoch noch tief angesetzt, sich zur Spitze hin verjüngend, niemals plump. Sie wird erhoben und aufwärts getragen, jedoch niemals eingerollt.


Gangart / Bewegung:
Gerade, frei und rege.


Haarkleid:
Kurz und dicht, glatt und glänzend im Aussehen, jedoch niemals wollig oder seidig.


Farbe:
Hellweizenfarben bis rotweizenfarben. Kopf, Rumpf, Läufe und Rute von einheitlicher Farbe. Kleine weiße Abzeichen an der Brust und an den Zehen statthaft, jedoch ist viel weißes Haar an diesen Körperpartien, am Bauch oder oberhalb der Pfoten unerwünscht. Weiße Zehen sind nicht erwünscht. Fang und Ohren dürfen dunkel sein.


Größe:
Widerristhöhe für Rüden:
erwünscht mindestens 63,0 cm - höchstens 69 cm
Widerristhöhe für Hündinnen:
erwünscht mindestens 61,0 cm - höchstens 66,0 cm


Fehler:
Jede Abweichung von den vorgenannten Punkten sollte als Fehler angesehen werden, dessen Bewertung im genauen Verhältnis zum Grad seiner Abweichung stehen sollte.


Anmerkung:
Rüden sollten zwei offensichtlich normal entwickelte Hoden aufweisen, die sich vollständig im Skrotum befinden.